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Geschichte - De Napoléon à la seconde guerre mondiale


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Um 1830 kam die Vendetta, die Blutrache, auf und die berühmt-berüchtigten korsischen Banditen machten zunehmend von sich reden.

Ab 1836 wurden zur Zeit der Regierung von Louis-Philippe eine Reihe von Straßen auf der Insel gebaut.

1840 unternahm Prosper Mérimée, Inspektor für Kulturdenkmäler Frankreichs und Schriftsteller, eine Reise auf Korsika, deren literarische Frucht die (auch ins Deutsche übersetzte) Novelle "Colomba" war.

1852 wurdeNapoleon III. zum Kaiser der Franzosen ausgerufen. Bei seiner ersten Reise auf Korsika im Jahre 1860 wurde er von der Bevölkerung herzlich empfangen. Unter seiner Herrschaft kam es zur Entwicklung von Bergbau und Landwirtschaft.. Es sah ganz so aus, als ob Fortschritt und Frieden auf der Insel Fuß fassen könnten.

1870 kam es zum Krieg zwischen Frankreich und Preußen. Die Familie Bonaparte wurde verantwortlich gemacht für all das Übel, das über Frankreich hereinbrach. Einige
Abgeordnete wie zum Beispiel Clemenceau verlangten den Ausschluss Korsikas aus der französischen Republik.

Die verschiedenen Regierungen der Dritten Republik vernachlässigten die Insel, die überdies durch das Zollgesetz von 1818 hart getroffen wurde; demnach wurden alle korsischen Produkte bei ihrer Ankunft in französischen Häfen mit hohen Zöllen belegt und damit wie ausländische Waren besteuert. Der wirtschaftliche Niedergang wurde 1879 durch das Auftauchen der Rebblaus und die Vernichtung der Weinberge sowie durch die Malaria an der Ostküste beschleunigt. Die Armut war drückend, viele Korsen verließen ihre Heimat, um sich oft weit weg von ihrem Vaterland niederzulassen.

Ab Beginn des 20. Jahrhunderts drangen die Korsen auf finanzielle Mittel, um die vielfach versprochene, aber nie realisierte Entwässerung der malariaverseuchten Ostebene in Angriff zu nehmen, das Straßennetz in den Gemeinden auszubauen und das katastrophale Zollgesetz von 1818 abzuschaffen. Die Untätigkeit der französischen Regierung ließ auf der Insel den Wunsch nach Autonomie aufkommen. Aber dann brach der Erste Weltkrieg (1914-1918) aus, in dem überproportional viele Korsen ihr Leben für Frankreich ließen, eine Solidarität, an der sie auch im zweiten Weltkrieg unverbrüchlich festhielten.

Die Korsen standen stets an vorderster Front, an die 30 000 Männer haben ihr Leben für Frankreich gelassen. Eine Tragödie für die bevölkerungsschwache Insel.

Ab 1920 meldeten sich die Autonomisten wieder zu Wort: sie wollten ein unabhängiges
Korsika unter dem Schutz Frankreichs.

Die französische Regierung baute das Schulwesen aus und kümmerte sich um die Bildung ganz allgemein. Zwar verfügte nun jedes Dorf über eine Grundschule, es bestand Schulpflicht für alle Kinder, aber die korsische Sprache durfte in der Schule nicht gesprochen werden und die korsischen Kinder lernten nicht ihre eigene Geschichte, sondern die französische. In den Geographiebüchern war zu lesen, Korsika sei eine arme, bergige Insel; dass sie über großes wirtschaftliches Potential verfügt, wurde wohlweislich verschwiegen.
Die Folge war ein massenhafter Exodus der Korsen, die sich vielfach in den französischen Kolonien niederließen. Das Banditentum nahm enorm zu.

1931 schickte die Dritte Republik eine ganze Armada auf die Insel, um hier wieder einmal Ordnung zu schaffen. Die Politiker empörten sich und verlangten nicht zu Unrecht, die Ordnungskräfte sollten ihre Aktionen mäßigen.